SPD sucht neues Profil als Fortschrittspartei

Berlin. Die SPD will ein neues Gesellschaftskonzept entwickeln. "Wir wollen dem Fortschritt wieder eine Richtung geben", kündigte Parteichef Sigmar Gabriel an. Es müsse verhindert werden, dass die Distanz zwischen Bevölkerung und Politik weiter wachse und in offene Verachtung umschlage.

Auf einer am Montag beginnenden zweitägigen Klausurtagung in Potsdam will die SPD-Spitze gemeinsam mit Intellektuellen und Vertretern aus Kirchen und Wissenschaft über ein erstes Konzept beraten, das Gabriel mit Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier und Generalsekretärin Andrea Nahles ausgearbeitet hat. Verabschiedet werden soll das "Fortschrittsprogramm" dann auf dem SPD-Parteitag im Dezember. Aufgabe der Sozialdemokraten sei es, "das Land wieder gerechter zu machen", sagte Gabriel. Die zunehmende Entkoppelung zwischen dem ökonomischen Fortschritt und dem gesellschaftlichen Wohlstand müsse gestoppt werden. Notwendig seien mehr Freiheit, Demokratie und Solidarität.

Für die anstehenden Landtagswahlen sieht der SPD-Vorsitzende seine Partei in einer "guten Ausgangslage". Mit den Grünen werde man sich in den Wahlkämpfen einen "freundschaftlichen Wettbewerb" liefern, sagte der SPD-Chef weiter.