Parteien streiten über geplante Papst-Rede im Bundestag

Berlin. Die geplante Rede des Papstes im Bundestag sorgt für eine Debatte unter den Parlamentariern. Nach der CDU wies auch Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse (SPD) die Kritik der Grünen an dem Auftritt von Benedikt XVI. im Parlament zurück. Die Ablehnung sei "schlicht und ergreifend kleinkariert", sagte er dem "Kölner Stadt-Anzeiger". Im Ältestenrat hatten sich die Grünen zuvor skeptisch zur Papst-Rede geäußert. Der Bundestag sei zu Recht zurückhaltend mit Einladungen an ausländische Staatsgäste, sagte der parlamentarische Geschäftsführer Volker Beck. Zudem komme der Papst in erster Linie in seiner Eigenschaft als Oberhaupt der katholischen Kirche nach Deutschland.

Die Bedenken der Grünen stießen in der CDU auf heftige Kritik. "Die Grünen sind einfach nur noch gegen alles und jeden", sagte CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe dem Nachrichtenportal "Welt Online". "Man kann nur hoffen, dass diese Dagegen-Partei über Weihnachten etwas zur Besinnung kommt", fügte Gröhe hinzu: "Wenn der Papst im Bundestag redet, ist dies eine große Ehre für das Parlament."

Die Sorge der Grünen gelte der Gleichbehandlung der Religionen durch den Bundestag, erklärte der Sprecher der Grünen im Bundestag, Michael Schroeren. "Wir werden selbstverständlich nicht fehlen, wenn der Papst im Bundestag spricht." Demgegenüber kündigte der Grünen-Abgeordnete Christian Ströbele in der "Mitteldeutschen Zeitung" an, den Plenarsaal bei einer Rede des Papstes zu verlassen.

Die Linkspartei steht der Papstrede im Parlament aufgeschlossen gegenüber. "Wenn George Bush geredet hat, dann darf auch der Papst reden", sagte der Linken-Fraktionsvize Dietmar Bartsch der "Mitteldeutschen Zeitung". Seine Fraktion werde Papst Benedikt XVI. "die gebührende Achtung" zuteil werden lassen, es dabei aber "nicht übertreiben".