Kubicki fordert Rauswurf des FDP-"Maulwurfs"

Büroleiter Westerwelles lieferte über längeren Zeitraum Informationen an US-Botschaft

Berlin. Der frühere Büroleiter von FDP-Chef Guido Westerwelle hat die USA nach einem Magazinbericht auch noch mit Informationen aus der Regierungskoalition versorgt, als Westerwelle bereits Außenminister war. In einem Bericht der US-Botschaft aus Berlin vom 3. Februar 2010 werde Ex-Büroleiter Helmut Metzner namentlich zitiert, berichtete der "Spiegel".

Metzner war in der vergangenen Woche von der FDP als Informant der US-Botschaft entlarvt worden. Er gilt als Quelle von vertraulichen US-Dokumenten, die von WikiLeaks veröffentlicht worden waren. Darin hatte die US-Botschaft über Interna der Koalitionsverhandlungen von Union und FDP im Herbst 2009 berichtet.

Metzner verlor seinen Posten als Büroleiter in der FDP-Parteizentrale, wurde aber nicht entlassen. In der Partei stößt dies auf Unverständnis: "Der FDP-Mitarbeiter, der sich angedient hat, muss fristlos entlassen werden", sagte der FDP-Politiker Wolfgang Kubicki dem Magazin "Focus". Metzner schaltete unterdessen einen Anwalt ein. "Ich muss meine Existenz sichern", sagte er. Dem "Spiegel" zufolge heißt es in einem Bericht der US-Botschaft nach Washington vom 3. Februar 2010 zum Zustand der schwarz-gelben Koalition: "Helmut Metzner beschuldigt die CDU/CSU, auf ihre eigenen internen Probleme zu reagieren."

Ungeachtet der vom Internetportal WikiLeaks verbreiteten, teils kritischen Einschätzungen der US-Botschaft in Berlin über deutsche Politiker ist die Mehrheit der Deutschen gegen eine Abberufung von US-Botschafter Richard Murphy. Auch Mitglieder der Bundesregierung beteuerten, ein vertrauensvoller Austausch mit den USA sei nach wie vor möglich.