Arbeitsministerin verteidigt die Rente mit 67

Berlin. Regierung und Opposition haben sich im Bundestag erneut einen Schlagabtausch über die Rente mit 67 geliefert. Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) rechtfertigte die Anhebung der Lebensarbeitszeit in der Debatte zu dem jüngst vorgelegten Prüfbericht der Regierung als notwendig und vertretbar. SPD-Chef Sigmar Gabriel argumentierte dagegen, für ältere Arbeitslose bedeute die Rente mit 67 eine Rentenkürzung.

Die Lebenserwartung von Frauen und Männern sei in den vergangenen 50 Jahren um elf Jahre gestiegen, sagte von der Leyen. Zudem habe sich die Dauer des durchschnittlichen Rentenbezuges von zehn auf 18 Jahre gesteigert. Eine Absage oder die Verschiebung der Rente mit 67, wie es Gewerkschaften und SPD fordern, wäre "verantwortungslos", warnte die Ministerin. Gabriel sagte dazu, anders als es von der Leyen behaupte, steige die Arbeitslosigkeit Älterer. Fast 80 Prozent der Menschen zwischen 60 und 64 Jahren seien ohne Arbeit. Für sie bedeute ein späterer Renteneintritt eine Kürzung ihrer Altersbezüge. In dem Prüfbericht der Bundesregierung heißt es, die Beschäftigungslage für über 55-Jährige habe sich deutlich verbessert. Die Erwerbstätigkeit der 60- bis unter 65-Jährigen hat sich demnach seit dem Jahr 2000 verdoppelt und im zweiten Quartal 2010 bei 41,1 Prozent gelegen.