Jeder zweite Deutsche für Künast statt Wowereit im Roten Rathaus

Berlin. Es wird womöglich die landespolitische Personalie des Jahres: Heute wird Renate Künast erklären, ob sie im Herbst 2011 bei der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus gegen den amtierenden Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) antreten wird oder nicht. Die Vorsitzende der Grünen-Bundestagsfraktion will ihre Entscheidung am Abend anlässlich eines Mitgliederabends im Museum für Kommunikation bekannt geben.

Künasts Rede wird mit Spannung erwartet. Die Grünen rechnen mit einem Ansturm von 600 bis 800 Teilnehmern, darunter auch viele interessierte Berliner Bürger. Bislang haben sich schon mehr als 60 Journalisten für die Berichterstattung angemeldet.

Für den Fall, dass sich die 54-jährige Juristin tatsächlich für die Berliner Spitzenkandidatur entscheidet, soll sie bereits am Sonntag auf einem Landesparteitag nominiert werden. Die Grünen, die in Berlin 1989/90 und 2001 jeweils für kurze Zeit an einer Koalition unter Führung der SPD beteiligt waren, haben gute Chancen auf einen Wahlsieg am 18. September, mit dem sie erstmals den Berliner Regierungschef stellen könnten. Die Partei liegt derzeit mit Werten von um die 30 Prozent klar vor Wowereits mit der Linkspartei regierenden Sozialdemokraten.

Auch Künast, die aus Recklinghausen stammt, aber seit mehr als 30 Jahren in Berlin lebt und 14 Jahre lang dem Abgeordnetenhaus angehörte, genießt viel Sympathie. Umfragen zufolge fände es jeder zweite Deutsche gut, wenn Künast Klaus Wowereit im Roten Rathaus ablösen würde. Der gibt sich noch gelassen. Hochmut, so Wowereit, komme vor dem Fall, "und abgerechnet wird zum Schluss". Die Grünen, so der 57-Jährige, würden in Umfragen häufig besser abschneiden als bei Wahlen.

( (HA) )