Bundespräsident Wulff begrüßt erste in der Bundesrepublik ausgebildete Rabbinerin

Berlin. Zum ersten Mal seit 75 Jahren ist gestern eine Rabbinerin ordiniert worden, die in Deutschland ihre Ausbildung erhalten hat. An der Feier zur Ordination der 31-jährigen Alina Treiger und zweier männlicher Kommilitonen in einer Berliner Synagoge nahm auch Bundespräsident Christian Wulff teil. Er erklärte, nicht nur die jüdische Gemeinde freue sich über das Ereignis. Es zeige, "dass das jüdische Leben - und zwar das jüdische Leben aller Richtungen, von orthodox bis liberal - auf eine noch intensivere Weise in unserem Land wieder Wurzeln geschlagen hat." Zugleich wies er auf die Bedeutung des jüdischen Glaubens für die Gesellschaft hin. "Für unser Zusammenleben hier in Deutschland, ist es wichtig, dass wir uns politisch miteinander auseinandersetzen und füreinander engagieren", sagte der Bundespräsident.

Alina Treiger studierte wie ihre beiden Kommilitonen am Abraham-Geiger-Kolleg in Potsdam. Sie stammt aus Poltawa in der Ukraine und ist nach Regina Jonas, die 1935 in Offenbach ordiniert wurde, die zweite Frau, die jemals in Deutschland für das Rabbinat ausgebildet worden ist. Jonas war 1944 in Auschwitz im Alter von 42 Jahren von den Nazis ermordet worden.

( (HA) )