Bergmann fordert spätere Verjährung bei Missbrauch

Berlin. Die sexuelle Misshandlung von Kindern sollte aus Sicht der Regierungsbeauftragten Christine Bergmann deutlich länger vor allem zivilrechtlich verfolgt werden können. Bisher verfallen Ansprüche auf Schadenersatz und Schmerzensgeld meist schon nach drei Jahren. Zudem forderte die frühere Familienministerin, dass Institutionen wie Heime und Kirchen Missbrauchsopfer von sich aus mit Geld entschädigen.

Bergmann startete eine bundesweite Kampagne, die Betroffene ermutigen soll, ihr Schweigen zu brechen und Hilfe in Anspruch zu nehmen. Das Motto der Kampagne lautet: "Wer das Schweigen bricht, bricht die Macht der Täter". Damit sollen Betroffene auf die Telefonberatung sowie das Internetangebot aufmerksam gemacht werden.

Vier Monate nach der Freischaltung der Hotline zog Bergmann eine positive Zwischenbilanz: Demnach haben sich in den vergangenen Monaten rund 2500 Menschen überwiegend anonym an sie und ihr Team aus 65 Experten gewandt - davon 800 mit einem Brief und 1700 am Telefon. Darunter waren auch elf Täter, denen zu einer Therapie und zum Gang zur Polizei geraten wurde. Von den Opfern hatten sich 60 Prozent noch nie jemandem anvertraut.