Rösler verspottet Merkel als "Barbiepuppe"

Gesundheitsminister hält kabarettreife Rede auf Gillamoos-Volksfest

Abensberg. Politischer Aschermittwoch im Spätsommer: Auf dem Volksfest Gillamoos im niederbayerischen Abensberg haben sich Spitzenpolitiker gestern ein Stelldichein gegeben. Während aber SPD-Bundeschef Sigmar Gabriel oder Bayerns Umweltminister Markus Söder (CSU) den politischen Gegner vorknöpften, zielte Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) auf das eigene Lager. In einer kabarettreifen Rede spottete er über Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU).

"Angela Merkel gibt es jetzt auch als Barbiepuppe", sagte Rösler. "Die kostet 300 Euro. Das heißt, die Puppe kostet nur 20 Euro, aber richtig teuer werden die 40 Hosenanzüge." Zur Gesundheitspolitik nahm Rösler nicht Stellung, lästerte aber dafür ausführlich über Freund und Feind: "Ich will Ihnen heute berichten von meinem Leben in Berlin, von einem, der auszog, das Fürchten zu lernen." Die schwarz-gelbe Regierung sei keine Koalition, sondern manchmal eine schlagende Verbindung. Rösler bescheinigte der Bundesregierung, in den ersten zehn Monaten nichts getan zu haben: "Das waren genau die zehn Monate, die die Wirtschaft gebraucht hat, um sich zu erholen."

Inzwischen habe sich Merkel aber entschieden, "mit dem Regieren anzufangen". Erste Maßnahme: Live-Übertragungen der Kabinettssitzungen im Internet: "Google Kabinett View", sagte Rösler dazu, "Untertitel Big Sister." Die Übertragungen der wöchentlichen Ministerrunde habe dann Sozialministerin Ursula von der Leyen (CDU) verhindert. Ihre Begründung: "Wir wollen keine Gewalt im Internet." Im Kabinett gebe es "gelegentlich Zickenterror".

Über den CSU-Vorsitzenden Horst Seehofer verlor Rösler kein Wort und erwähnte Innenminister Joachim Herrmann als einzigen CSU-Politiker: Der habe kürzlich niedersächsische Pferdeställe kontrolliert. "Der ist ein richtiger Konservativer. Danach musste die Hälfte der Pferde sofort raus. Das waren alles Araber." Wie in Deutschland üblich, hätten die ausgewiesenen Pferde sofort eine Gewerkschaft gegründet: "Und die heißt Pferdi."