Familienministerin verteidigt freiwilligen Zivildienst

Berlin. Familienministerin Kristina Schröder (CDU) hat Kritik an ihren Plänen zu einem freiwilligen Zivildienst zurückgewiesen. Ein staatlicher Freiwilligendienst sei als zweite Säule neben den bestehenden Angeboten sinnvoll, sagte eine Ministeriumssprecherin. Der Bund könne die bestehenden Freiwilligendienste wie das Freiwillige Soziale Jahr und das Freiwillige Ökologische Jahr nur begrenzt fördern, da dafür die Länder zuständig seien. Schröder hatte sich für einen freiwilligen Zivildienst ausgesprochen, falls die Wehrpflicht ausgesetzt wird. Er soll zwischen sechs Monaten und zwei Jahren dauern, in der Regel aber ein Jahr.

Die FDP ist für die Abschaffung des Zivildienstes. "Man sollte sich vor Augen führen, dass die Abschaffung des Zivildienstes auch die Chance bietet, zusätzliche sozialversicherungspflichtige Jobs zu schaffen. Gleichzeitig muss durch eine Stärkung der freiwilligen Dienste wie des Freiwilligen Sozialen oder Ökologischen Jahres zusätzliche Unterstützung mobilisiert werden", sagte der Bundestagsabgeordnete Johannes Vogel dem Abendblatt. Sozialverbände und SPD lehnen Schröders Pläne ab, weil sie Doppelstrukturen zu bereits bestehenden Hilfsdienstangeboten befürchten.