Kanzlerin will zwischen Brüssel und Bratislava vermitteln

Antrittsbesuche von Regierungschefs verlaufen normalerweise harmonisch. Im Prinzip war das auch gestern so, als Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) die neue slowakische Ministerpräsidentin Iveta Radicova vor dem Kanzleramt mit militärischen Ehren begrüßt hat. Allerdings tobt derzeit ein heftiger Streit über die Griechenland-Hilfe zwischen der Slowakei und EU-Kommissar Olli Rehn, den Merkel zu schlichten versuchte. "Die beiden werden sicherlich zurande kommen miteinander und auch das Gespräch suchen, vermute ich mal", sagte Merkel. Radicova bekräftigte dagegen ihre Forderung nach einer Entschuldigung Rehns. Der Währungskommissar hatte Bratislava einen Bruch der Euro-Solidarität vorgeworfen, weil das neu gewählte slowakische Parlament eine von der alten Regierung zugesagte Beteiligung an dem Griechenland-Hilfspaket untersagt hatte.