Menschlich gesehen

SPD in Hoffnung

Es war ein langer Weg von der Nachwuchsfrau zu einer erwartungsfrohen Frau mit Nachwuchs. Und man kann nicht behaupten, die trotz Lockenmähne burschikos wirkende SPD-Generalin Andrea Nahles, 40, hätte es sich selbst je leicht gemacht. Nahles' Heimat liegt in der knorrigen Eifel, wo es selbst im Mai noch zu Bodenfrost kommen kann. Während sich Schulfreundinnen zur Weinkönigin aufschwangen, trat sie in die Partei ein. In die mittlerweile 147 Jahre alte Tante SPD, die auf die literaturbegeisterte Frau wie ein Altherrenverein gewirkt haben muss.

Nun ist sie schwanger und wird den zwangsweise runderneuerten Sozialdemokraten ein neues Mitglied bescheren. In einer SMS an "stern.de" bekannte sich Nahles auch persönlich zu dem freudigen Ereignis: "Jau, stimmt, bin froh." Die Generalsekretärin stellte gleich klar, dass das parteiübliche "Weggegangen, Platz vergangen" für sie nicht gilt. Wenn das Kind im Januar kommt, wird sie kurz aussetzen und dann weiter für soziale Gerechtigkeit und ihr Glaubensbekenntnis kämpfen: "Frau, gläubig, links." Das ist der Titel eines Nahles-Buches, das die Germanistik-Absolventin der Uni Bonn schrieb, um allen Pragmatikern der SPD klarzumachen: Politik ist Überzeugung, ist Leidenschaft, ist Kampf.

Nahles überraschte auch deshalb viele Genossen, weil sie jahrelang mit einem VW-Vorstand liiert war. Ihr heutiger Mann Marcus Frings ist Kunsthistoriker. Ihn heiratete sie vor wenigen Monaten.

( (ryb) )