Töpfer glaubt nicht an Durchbruch bei Uno-Klimagipfel

Berlin/Bonn. Vier Monate vor dem Weltklimagipfel im mexikanischen Cancún hat der ehemalige Leiter des Uno-Umweltprogramms Unep, Klaus Töpfer, vor zu hohen Erwartungen an das Treffen gewarnt. Eine rechtlich verbindliche Regelung zum Klimaschutz sei auch in Cancún nicht zu erwarten, sagte Töpfer im Deutschlandradio Kultur. Dies dürfe jedoch nicht als Scheitern, sondern als Verpflichtung zum Handeln begriffen werden, mahnte Töpfer zum Auftakt einer internationalen Klimakonferenz in Bonn.

Töpfer bezeichnete es als dringend notwendig, die sich beschleunigende Zunahme klimaschädlicher Emissionen abzubremsen. Gleichzeitig müssten Energien entwickelt werden, die ohne fossile Energieträger die wirtschaftliche Stabilität gewährleisteten.

Die Klimaverhandlungen in Bonn, an denen Vertreter aus etwa 190 Staaten teilnehmen, sind die ersten seit dem Amtsantritt der neuen Leiterin des Uno-Klimasekretariats (UNFCC), Christiana Figueres. Auf dem einwöchigen Treffen wird darüber verhandelt, welche Maßnahmenpakete in Cancún beschlossen werden sollen und ob bis Ende 2012 ein neues Abkommen angestrebt wird. Es geht unter anderem um die Klimaschutzziele der Industrieländer, Aktivitäten zum Klimaschutz in den Entwicklungsländern, die Weiterentwicklung des Emissionshandels und die Ausgestaltung eines neuen Klimaschutzfonds.