Duisburgs Bürgermeister will abgewählt werden

So hat er weiter Aussicht auf seine volle Pension. Adolf Sauerland (CDU) lehnt Rücktritt wegen Loveparade-Desaster weiterhin ab

Düsseldorf. Zehn Tage nach der Tragödie bei der Loveparade in Duisburg hat Oberbürgermeister Adolf Sauerland (CDU) erneut einen Rücktritt abgelehnt. In einer persönlichen Stellungnahme kündigte er stattdessen an, sich der geplanten Abwahl durch den Stadtrat zu stellen. "Selbstverständlich werde ich mich einem gemäß der Gemeindeordnung für das Land NRW vorgesehenen Abwahlverfahren stellen", heißt es in der Mitteilung. SPD, FDP und Linke hatten bereits ihre Zustimmung signalisiert. Spätestens im Oktober soll die Entscheidung fallen.

Bei einer Massenpanik im Eingangstunnel zum Party-Gelände kamen am Sonnabend vor einer Woche 21 Menschen ums Leben. Weitere 570 Besucher wurden verletzt. Seit der Tragödie streiten Stadt, Veranstalter, Polizei und Feuerwehr über die Schuldfrage. Morgen will der Innenausschuss des Düsseldorfer Landtags das Thema beraten.

Mit der geplanten Abwahl hat sich Sauerland, 55, für die lukrativste Variante des Rückzugs entschieden. Bei einem freiwilligen Rücktritt hätte er deutliche finanzielle Einbußen in Kauf nehmen müssen. Sauerland ist seit gut 28 Jahren im öffentlichen Dienst tätig, seit 2004 im Amt des Oberbürgermeisters. Einer Abwahl würde ein goldener Handschlag folgen, denn neben drei Monaten Übergangsgeld würden Sauerland bis 2015 gut 71 Prozent seiner letzten Bezüge von 10 709,29 Euro zustehen. Danach würde er "eine Luxusrente erhalten", heißt es beim Bund der Steuerzahler. Bei einem freiwilligen Rücktritt hingegen müsste er den Dienst quittieren. Die Stadt würde Sauerland dann bei der Rentenanstalt lediglich den Arbeitgeberanteil nachversichern.

Inzwischen hat eine 63-köpfige Sonderkommission in Köln die Ermittlungen übernommen. Aus deren Umfeld heißt es, dass es schwierig werden dürfte, Sauerland eine strafrechtliche Verfehlung nachzuweisen. Er soll alle Entscheidungen delegiert haben. "Wir müssten ihm erst einen vorsätzlichen Rechtsverstoß nachweisen können. Ob das gelingt, ist offen", heißt es.