Krankengeld: Kassen setzen Hamburger unter Druck

Angeblich täuschen etliche Versicherte ihr Leiden nur vor. Patienten empört. Erste Klagen

Hamburg. Verbraucherschützer und Patientenberatungen verzeichnen in Hamburg eine steigende Zahl von Beschwerden über die gesetzlichen Krankenkassen. Dabei geht es vor allem um Auseinandersetzungen um das Krankengeld, das Patienten beziehen, wenn sie länger als sechs Wochen arbeitsunfähig sind. Das Krankengeld ersetzt zu 70 Prozent den Lohn.

Die Ausgaben der Krankenkassen in diesem Bereich sind in den vergangenen Jahren explodiert. Die Kassen vermuten, dass gerade beim Krankengeld die Missbrauchsquote besonders hoch ist. So würden einige dauerhaft Arbeitsunfähige mithilfe des Krankengeldes die Zeit bis zum Ruhestand überbrücken, um später bei der Rente keine Einbußen hinnehmen zu müssen. Die Kassen halten deshalb ihre Fallmanager an, bei Krankengeldempfängern nachzuhaken.

Die Patienten jedoch fühlen sich zu Unrecht unter Druck gesetzt. Einige klagen bereits gegen ihre Krankenversicherung. Die Gesundheitsexpertin Ilona Köster-Steinebach von der Verbraucherzentrale rät: "Man darf sich auf keinen Fall einschüchtern lassen."

Die Ausgaben für das Krankengeld sind auch deshalb so hoch, weil die Zahl der psychischen Erkrankungen von Arbeitnehmern vor allem in Hamburg erheblich gestiegen ist.

( (ryb) )