Regierung geht gegen Antibiotika in der Tiermast vor

Berlin. Die Bundesregierung will den Einsatz von Antibiotika in der Tierhaltung drastisch reduzieren. Noch in dieser Woche werde Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) im Bundeskabinett einen entsprechenden Entwurf zur Änderung des Arzneimittelgesetzes vorlegen. Das bestätigte ein Sprecher der Ministerin dem Abendblatt. Damit sollen auch die Bundesländer bessere Kontrollmöglichkeiten über die Abgabe von Antibiotika erhalten. Zuletzt waren Fälle von möglichem Missbrauch von Antibiotika bei der Hähnchenmast in Nordrhein-Westfalen bekannt geworden.

Die Verschärfung der rechtlichen Bestimmungen ziele darauf ab, den Einsatz von Antibiotika auf das zur Behandlung von Tierkrankheiten absolut notwendige Maß zu beschränken und die Befugnisse der zuständigen Kontroll- und Überwachungsbehörden der Bundesländer deutlich zu erweitern, sagte der Ministeriumssprecher.

Das Landwirtschaftsministerium appellierte an die Länder, die Kontrollen zu verstärken. Der Bund sorge dafür, dass die Landesbehörden ihre Überwachungsaufgaben effektiver, schneller und unbürokratischer erfüllen können, sagte der Ministeriumssprecher. "Die Länder sind nun gefordert, diese Möglichkeiten auch auszuschöpfen."