SPD und Grüne in NRW wollen jetzt bei der FDP sondieren

Düsseldorf. Knapp vier Wochen nach der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen will sich die SPD weiterhin nicht auf einen künftigen Koalitionspartner festlegen. Die Sondierungsgespräche mit der CDU über eine Große Koalition endeten gestern Abend, einen Durchbruch gab es nicht. Die CDU sei in vielen Bereichen "im Ungefähren" geblieben, sagte SPD-Landeschefin Hannelore Kraft. Zudem seien die Christdemokraten "personell nicht zu einem Neuanfang bereit".

Die SPD will nun Möglichkeiten für eine Koalition mit Grünen und FDP ausloten. Noch am Abend verschickten SPD und Grüne nach eigenen Angaben eine gemeinsame Einladung an die FDP. In Parteikreisen hieß es, eine erste Sondierung für eine Ampelkoalition könne es am nächsten Dienstag geben.

Kraft sprach von "schwierigen Sondierungsgesprächen" mit der CDU. Die Christdemokraten hätten in vielen Bereichen "Klarstellungen" vermissen lassen. Vor allem in der Bildungspolitik liegen die Parteien weit auseinander.

Kraft fordert ein längeres gemeinsames Lernen. Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU), der das dreigliedrige Schulsystem befürwortet, betonte, die "Schulvielfalt" sei für seine Partei von großer Bedeutung. Er unterstrich aber Gemeinsamkeiten mit der SPD - die Voraussetzungen für erfolgreiche Verhandlungen um eine neue Landesregierung seien geschaffen. Nordrhein-Westfalen brauche schnell eine stabile Regierung. Die Große Koalition passe in die Zeit, und die Wähler wollten sie, sagte Rüttgers. Die CDU sei zu weiteren Gesprächen bereit.

( (rtr) )

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