Altkanzler Kohl spendet eine Million Euro Preisgeld

Berlin. Altbundeskanzler Helmut Kohl (CDU) will sein Preisgeld von einer Million Euro für zwei gemeinnützige Projekte spenden. Empfänger seien die Universität Heidelberg und ein noch zu errichtendes Krankenhaus in Sri Lanka, erklärte Kohl anlässlich der Verleihung des Roland-Berger-Preises für Menschenwürde gestern in Berlin. Das Vergabekomitee würdigt das politische Lebenswerk Kohls. Nach seiner Gallenblasen-Operation konnte Kohl den Preis nicht selbst entgegennehmen.

Als Mitglied des Vergabekomitees würdigte der frühere Uno-Generalsekretär Kofi Annan den 80-Jährigen als "wahren Staatsmann". Zum Wohle aller Europäer sei er bereit gewesen, deutsche Souveränität abzugeben. Seine Politik der Einheit habe Menschen innerhalb und außerhalb Deutschlands Hoffnung und Würde zurückgegeben, sagte Annan der "Bild"-Zeitung.

Das Komitee ergänzte in seiner Begründung, Kohl habe die deutsche Einheit vollendet und den Bürgern des Unrechtsstaates DDR ein Leben in Freiheit und Menschenwürde ermöglicht.

Kohl schickte als Stellvertreter den hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch (CDU) nach Berlin, um aus den Händen von Bundespräsident Horst Köhler den Preis im Konzerthaus Berlin entgegenzunehmen. Köhler ist Schirmherr des jährlich verliehenen Preises, der von der Roland-Berger-Stiftung vergeben wird.

Einen Anteil von 700 000 Euro des Preisgeldes will der Ex-Kanzler an seiner ehemaligen Ausbildungsstätte, der Universität Heidelberg, für eine "Dr.- Helmut-Kohl-Gastprofessur für europäische Politik und politische Philosophie" einsetzen. 300 000 sollen nach Sri Lanka gehen. Kohl unterstützt dort den Neubau eines Mutter-und-Kind-Krankenhauses mit einer eigenen Stiftung. Das seit der Tsunami-Katastrophe schwer beschädigte Gebäude wird seit 2005 neu aufgebaut.

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