Sicherheit

GdP befürchtet Tote am 1. Mai

Berlin. Mit exzessiver Gewalt bei den Aktionen zum 1. Mai in Berlin rechnet der Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Konrad Freiberg. Die Polizei könne mangels Personal bei den zahlreichen angemeldeten Demonstrationen nicht für ausreichend Sicherheit sorgen, sagte Freiberg.

"Wir beobachten in den letzten Monaten eine Zunahme der Gewalt von Links und Rechts besonders in Auseinandersetzungen mit der Polizei", sagte Freiberg. Er kritisierte, dass die Polizei den diesjährigen Mai-Demonstrationen nicht ausreichend gerüstet gegenübertreten könne. "Die zahlreichen Demonstrationen in der ganzen Bundesrepublik erfordern eine hohe Polizeipräsenz, die wegen ständiger Personalkürzungen nicht gewährleistet werden kann", sagte er. Dadurch entstehe eine Sicherheitslücke.

Freiberg warnte davor, die Auseinandersetzungen zu unterschätzen. "Da darf man sich keine Illusionen machen", sagte er. Die Erfahrungen der vergangenen Jahre hätten gezeigt, dass die Polizei immer öfter Zielscheibe der Gewalt werde. Er halte es für möglich, dass es Verletzte oder sogar Tote gebe. "Wenn man zu Tausenden mit Steinen wirft, ist es eine Frage des Glücks, ob jemand zu Tode kommt oder nicht", sagte er. In der "Leipziger Volkszeitung" hatte Freiberg von der Möglichkeit gesprochen, dass es zu "Hunderten von Verletzten" in Berlin kommen könne.

Die Berliner Polizei wies den Vorwurf einer drohenden Sicherheitslücke umgehend zurück. "Die Polizei ist darauf vorbereitet, dass es wie in den Vorjahren Gewalttäter geben wird, die auch die Auseinandersetzung mit der Polizei suchen", erklärte Polizeisprecher Thomas Goldack. Die Polizei rechne mit ausreichend Unterstützungkräften, um am 1. Mai für Sicherheit zu sorgen.

Goldack kritisierte Freibergs Vorstoß: Es sei weder hilfreich noch entspreche es den Grundsätzen einer seriösen Lagebeurteilung, wenn jetzt schon über Verletztenzahlen spekuliert werde oder gar Tote prognostiziert würden.