Erfreuliche Statistik

Zahl der Drogentoten sinkt

Berlin. Es war eine erfreuliche Zahl, die die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Mechthild Dyckmans (FDP), gestern in Berlin verkünden konnte: Nach einem zweimaligen Anstieg in den Vorjahren, ist die Zahl der Drogentoten um acht Prozent gesunken. Mit 1331 Menschen, die im Jahr 2009 an einer Überdosis Heroin oder einem mit Heroin angemischten Drogencocktail starben, erreicht die Zahl sogar den drittniedrigsten Stand seit zehn Jahren.

Auch wenn sie davor warnte, nun "die Hände in den Schoß zu legen", sieht Dyckmans eine Trendwende. "Der Rückgang im vergangenen Jahr zeigt, dass die Drogentodeszahlen langfristig sinken", sagte sie. Die Entwicklung zeige, dass die Angebote zur gesundheitlichen Vorsorge für Drogenabhängige notwendig seien und eine Überlebenshilfe darstellten. Gemeint sind damit Substitution etwa mit Methadon, Drogenkonsumräume, Spritzentausch und eine Behandlung mit staatlich abgegebenem Heroin.

Darin sieht auch die Deutsche Hauptstelle gegen Suchtgefahren (DHS) einen Grund für den Rückgang. "Die Maßnahmen, die das Schlimmste verhindern sollen, greifen", sagt die DHS-Referentin Gabriele Bartsch dem Abendblatt. Die Schwerstabhängigen würden durch immer bessere Behandlungsweisen gegen ihre suchtbedingten Krankheiten zudem immer älter.

Neben den Drogentoten ist auch die Zahl der erstauffälligen Konsumenten harter Drogen um sechs Prozent auf 18 139 zurückgegangen. Heroin gilt bei den Ersteinsteigern immer mehr als Verlierer-Droge, die in die schicke, hippe, neue Welt nicht passt. Dass aber Heroin und auch Kokain noch lange nicht völlig aus der Mode sind, zeigt die deutliche Steigerung der Sicherstellungsmengen. 2009 gingen den Fahndern 1700 Kilogramm Kokain (plus 60 Prozent) und 758 Kilogramm Heroin (plus 51 Prozent) ins Netz.

Cannabis, die noch immer am stärksten verbreitete illegale Droge, wird immer professioneller in Deutschland angebaut. Das belegen die mehr als 400 entdeckten Cannabis-Plantagen. Vor allem Indoor-Plantagen ermöglichen nach dem Bericht der Drogenbeauftragten höhere Produktionsmengen.