Linkspartei

"Faust" machte Wagenknecht zu Kommunistin

Hamburg. Johann Wolfgang von Goethe wies ihr angeblich den Weg in den Kommunismus: Sahra Wagenknecht, die im Mai zur Vizechefin der Linken gewählt werden soll. Wegen "Faust" wurde sie Kommunistin. Er habe sie angestachelt, "den Kapitalismus überwinden zu wollen", er "will eine Gesellschaft, in der Menschen wirklich Mensch sein können", sagte Wagenknecht dem "Stern".

Weil sie mit der DDR nicht zufrieden war, habe sie als Jugendliche Marx gelesen. "Aber um Marx richtig zu verstehen, musste ich Hegel lesen und Kant". Jungs und Discos hätten sie damals nicht groß interessiert, sagte die Linken-Politikerin dem Magazin. "Abends, zur Entspannung" habe sie lieber "Thomas Mann gelesen, Heine, Lessing, Schiller, die Romantik, die antike Klassik". Auch die beiden Teile von "Faust" habe sie auswendig gelernt, der habe sie einfach interessiert, denn: "Da steckt die ganze Menschheitsgeschichte drin".

Sie habe in der DDR nicht studieren dürfen, weil sie sich "nicht ins Kollektiv fügte". Trotzdem habe sie nach dem Mauerfall immer wieder an Selbstmord gedacht, weil sie das Gefühl hatte, "dass das, was um mich abläuft in die falsche Richtung geht".