Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche

Nur ein runder Tisch

Berlin/Rom. Angesichts der Welle von bekannt gewordenen Kindesmissbrauchsfällen hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) von einer "Bewährungsprobe für die ganze Gesellschaft" gesprochen. Es komme darauf an, dass die Opfer sich in dieser Gesellschaft wieder anerkannt und aufgehoben fühlen könnten und "wenigstens das Stück Wiedergutmachung bekommen, das man im Nachhinein noch schaffen kann", sagte Merkel im Bundestag.

Die Bundesregierung will nun doch nur einen runden Tisch zu den Missbrauchsfällen ins Leben rufen. Sie halte es für eine gute Idee, "die gesamte Aufarbeitung der Missbrauchsfälle zu bündeln", sagte Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Bisher war geplant, dass Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) am 23. April zu einem runden Tisch mit dem Schwerpunkt Prävention einlädt, während die Justizministerin einen runden Tisch einrichten wollte, der sich vor allem mit Entschädigungsfragen und Verjährungsfristen auseinandersetzen sollte. Merkel zeigte sich über die Entscheidung für nur einen runden Tisch zufrieden.

Bei einem Treffen des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, mit den Kirchenbeauftragten von SPD, Union, FDP und Grünen in Berlin seien sich alle einig gewesen, dass das Missbrauchsproblem nicht auf die katholische Kirche reduziert werden dürfe, teilte die Bischofskonferenz im Anschluss mit. Zollitsch sagte, dass die katholische Kirche alles tun werde, um eine lückenlose Aufklärung und Transparenz zu garantieren.