Kommentar: Düsseldorfer Tabelle

Kinder haben Priorität

Dieses Jahr soll Familien spürbar entlasten: Zu dem "Wachstumsbeschleunigungsgesetz" der Regierung gehören auch eine Erhöhung des Kindergeldes und ein höherer Kinderfreibetrag. Der Gedanke dahinter: Weil Familien gerade wegen der Kinder einen höheren Verbrauch haben als etwa alleinstehende Rentner, sollen sie auch deutlich mehr Geld in die Hand bekommen, um das Wirtschaftswachstum anzukurbeln.

Für geschiedene Väter allerdings kann von Wachstum keine Rede sein, sie müssen das Ankurbeln ihren Kindern überlassen. Wegen der politisch gewollten Anhebung des Kinderfreibetrags stiegen nun auch die Unterhaltssätze für Scheidungskinder, und zwar so kräftig wie noch nie: Unterhaltspflichtige müssen monatlich zwischen 27 und 69 Euro mehr pro Kind zahlen. Das ist heftig, zumal es keinen entsprechenden Anstieg der Realeinkommen gibt.

Aber irgendwo muss der Staat Prioritäten setzen. Und diesmal hat er es wirklich zugunsten der Kinder getan.