Wahlkampf: Gewerkschaften warnen vor Schwarz-Gelb

DGB prophezeit soziale Kälte

Drei Wochen vor der Bundestagswahl machen die Gewerkschaften Front gegen eine mögliche schwarz-gelbe Koalition.

Frankfurt/Main. "Das wäre die schlechteste aller Regierungskonstellationen", sagte der IG-Metall-Vorsitzende Berthold Huber am Sonnabend in Frankfurt bei der Hauptveranstaltung seiner Gewerkschaft, bei der auch der irische Rockstar Bob Geldof auftrat. Der IG-Metall-Chef forderte einen "staatlichen Schutzschirm" gegen Massenarbeitslosigkeit, denn die Folgen der Wirtschaftskrise seien noch längst nicht überwunden. Erneut sprach sich Huber gegen ein Renteneintrittsalter von 67 Jahren aus. "Das ist ein Irrweg, und dieser Irrweg muss nun beendet werden." Politiker kamen nicht zu Wort. Viele der Teilnehmer trugen einheitliche T-Shirts mit der Aufschrift "Der Kapitalismus hat sich übernommen - Jetzt übernehmen wir!" - der Slogan der bundesweiten Jugendkampagne der IG Metall.

An der rund dreistündigen Kundgebung der IG Metall im Frankfurter Fußballstadion nahmen nach Angaben der Polizei 32 000 Menschen teil. Die Veranstaltung stand unter dem Motto "Macht Politik für die Mehrheit der Menschen". Die CDU-Fraktion im hessischen Landtag wertete die Veranstaltung als Stimmungsmache gegen die CDU. "Die Mitgliedsbeiträge werden für eine Links-Kampagne missbraucht. Mit Gewerkschaftsarbeit hat dies jedenfalls nichts zu tun", kritisierte der parlamentarische CDU-Geschäftsführer Axel Wintermeyer.

Unterdessen warnte auch Michael Sommer vor Schwarz-Gelb. Eine solche Koalition "würde Deutschland schaden", sagte der DGB-Vorsitzende in einem Interview mit der "Passauer Neuen Presse". "Wirtschaft, Union und FDP in einem Boot - das bedeutet soziale Kälte. Wer in der Krise massive Steuersenkungen verspricht, der will den Staat ausplündern und handlungsunfähig machen."