Banken

Dissonanzen zwischen Guttenberg und Röttgen um Boni

In der Union gibt es unterschiedliche Auffassungen zu einer gesetzlichen Begrenzung von Bonuszahlungen an Bankmanager.

Berlin. Der parlamentarische Geschäftsführer der Unionsfraktion im Bundestag, Norbert Röttgen, bekräftigte seine Forderung nach einer freiwilligen Regelung der Unternehmen bis Jahresende. Andernfalls müsse es im kommenden Jahr ein Gesetz geben. "So etwas gehört in einen Koalitionsvertrag", sagte der CDU-Politiker der in Berlin erscheinenden "BZ am Sonntag". "Boni für Erfolge sollen nicht mehr für das letzte Quartal, auch nicht für das letzte Jahr gezahlt werden, sondern erst nach Jahren", forderte Röttgen.

Auch CSU-Chef Horst Seehofer hatte am vergangenen Wochenende gesagt, bei einer Fortsetzung der Unvernunft im Finanzsektor werde der Staat früher oder später gezwungen sein, mit Gesetzen zu reagieren. Banken und Unternehmen, die von Steuerngeldern lebten, dürften keine Boni an ihre Mitarbeiter ausschütten.

Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg hatte zuvor dagegen seine Vorbehalte gegen ein solches Gesetz im Abendblatt deutlich gemacht. "Ich sehe es höchst kritisch, dass manche Manager sich völlig hemmungslos bedienen", hatte der CSU-Politiker gesagt. "Aber ich bin zurückhaltend, was das direkte Eingreifen des Staates bei Bonuszahlungen angeht." Vieles in diesem Bereich sei international verflochten. "Das kann man mit nationalen Regelungen nicht beeinflussen", sagte Minister Guttenberg.

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