Arbeitsämter

Wirtschaft und Politik fordern bessere Job-Vermittlung

Angesichts der schwierigen Wirtschaftslage haben Politik und Wirtschaft die Bundesagentur für Arbeit (BA) kritisiert und Korrekturen angemahnt. Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt sagte, die Beratung und Vermittlung von Arbeitslosen müssten verbessert werden.

Berlin. Arbeitsagenturen und Jobcenter hätten bei der Vermittlung von Erwerbslosen zwar deutliche Fortschritte erzielt, sagte Hundt der "Welt am Sonntag". "Viel zu häufig beklagen die Betriebe aber immer noch, dass die vorgeschlagenen Bewerber dem Stellenprofil nur unzureichend entsprechen." Hundts Kritik wurde laut Zeitung im SPD-geführten Bundesarbeitsministerium als "zum Teil nachvollziehbar" bezeichnet. Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) sagte, die Kurzarbeit funktioniere bei vielen Firmen. Kurzarbeit sei aber nicht immer die richtige Lösung. Die jüngste BA-Prognose, wonach es eine Entwicklung von der Kurzarbeit zu mehr Arbeitslosigkeit geben wird, bewertete Seehofer als realistisch. Die Bundesregierung hat die Kurzarbeit als Reaktion auf die weltweite Wirtschaftskrise ausgeweitet.

SPD-Vize Andrea Nahles erinnerte unterdessen in einem Gastbeitrag für die "Bild am Sonntag" an die Situation der Schulabgänger: "Bildung und Ausbildung sind die Grundlage für unsere Zukunft. Und entscheidend dafür, dass unsere Wirtschaft aus der Krise kommt. Deshalb brauchen wir auch in diesem Jahr 600 000 Ausbildungsplätze. Die Wirtschaft ist hier in der Pflicht, vorzusorgen, anstatt über Fachkräftemangel zu klagen."