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Gysi kritisiert radikale Strömungen in der Linkspartei

Der Vorsitzende der Linksfraktion im Bundestag, Gregor Gysi, erwartet von den radikalen Strömungen in seiner Partei mehr Zurückhaltung.

Berlin. "Man kann mit krassen Parolen viele verschrecken. Dann bleibt man unter sich", sagte Gysi dem "Spiegel". Zu den Wortmeldungen einzelner Funktionäre vor allem in den westdeutschen Bundesländern sagte Gysi: "Ich wünsche mir manchmal, nicht jeder bei uns fühlte sich berufen, Weltpolitik zu machen." Dass die Linke im Westen viele Ideologen und Sektierer aus ehemaligen kommunistischen Gruppen anziehe, erklärt Gysi mit der Geschichte der K-Gruppen: "Man hockt zusammen, schlechtester Rotwein, alles vollgequalmt, ein bisschen Petting, am Ende verabschiedet man ein Papier von 35 Seiten, in dem die Welt analysiert ist, aber haarscharf."

Über ein rot-rot-grünes Bündnis auf der Bundesebene in näherer Zukunft sagte Fraktionschef Gysi: "Es muss inhaltlich passen, und im Augenblick will die SPD nicht so weit auf uns zugehen, wie sie es müsste."