Auslandseinsätze: Bundeswehr will Kontingent aufstocken

Landtag in Hannover verabschiedet Bundeswehr-Soldaten

Hannover. Rund 320 Soldaten hat der niedersächsische Landtag gestern in einem Festakt verabschiedet: Die Männer werden in den nächsten Wochen in den Kosovo, nach Bosnien-Herzegowina und vor allem nach Afghanistan aufbrechen. Die meist jungen Soldaten erlebten im Leineschloss in Hannover dabei hautnah, dass eine breite Mehrheit der Parteien hinter ihren Missionen steht. Aber die Soldaten erlebten hautnah eben auch, dass mit der neuen Partei Die Linke jetzt eine neue Fraktion im Landesparlament sitzt, die genau diese Einsätze strikt ablehnt.

Und dass die Linksfraktion ihre demokratischen Rechte bis an die Grenze des guten Stils ausschöpft. Ihre Mitglieder entrollten im Plenarsaal ein Transparent gegen den Einsatz, mehrere trugen Schals mit dem Symbol der Friedenstaube, mitten während des Festaktes zog die Fraktion dann unter Protest aus, um draußen bei einer Demonstration Tauben aufsteigen zu lassen.

Deutlich spürbar war das Bemühen der anderen Fraktionen, sich nicht provozieren zu lassen. Der Landtag sei, so Ministerpräsident Christian Wulff, "kein Mädchenpensionat". Wie auch Parlamentspräsident Hermann Dinkla dankte Wulff den Soldaten ausdrücklich für ihren friedenssichernden Einsatz.