Bombenbau aus Wasserstoffperoxid - "Da genügen die Chemie-Kenntnisse aus der 10. Klasse"

Wasserstoffperoxid (H2O2) ist eine wasserklare, farblose, geruchlose, ätzende und brandfördernde Flüssigkeit. Normalerweise wird es als Bleichmittel eingesetzt - etwa um Haare oder Zähne aufzuhellen, aber auch in der Industrie, um Papier ohne die Verwendung von Chlor zu bleichen. In Verbindung mit anderen Chemikalien wie Aceton und Säure wird aus Wasserstoffperoxid eine hochexplosive Mischung: das sogenannte TATP. Solche Flüssigsprengstoffe seien unter anderem bei den versuchten Anschlägen auf britische Flugzeuge im vergangenen Jahr verwendet worden, sagte der Cottbuser Kampfstoffexperte Wolfgang Spyra. TATP-Bomben seien in der Herstellung und beim Transport höchst gefährlich. Die kleinste Erschütterung bringt sie zur Explosion. "Wenn ein Selbstmordattentäter mit einer solchen Bombe im Auto in eine Menschenmenge rast, ist die Überlebenschance gleich null." Eine TATP-Bombe ist laut Spyra einfach herzustellen: "Alles, was man an Fähigkeiten dafür braucht, ist das Wissen aus dem Chemieunterricht der zehnten Klasse." Die Anleitung für den Bombenbau sei im Internet zu finden. Sämtliche Bestandteile des explosiven Chemikaliengemischs seien frei erhältlich. Spyra forderte die Politik auf, den Zugang zu solchen Stoffen zu erschweren. In der Regel gelangt Wasserstoffperoxid als maximal 35%ige Lösung in Wasser in den Handel.

( HA, rtr )

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