Führungsstreit in der Linkspartei

Rückkehr von Lafontaine? Wagenknecht dementiert Bedingungen

abendblatt.de

Vor dem Treffen von Spitzenpolitikern der Linkspartei in Berlin hat Parteivize Sahra Wagenknecht bestehende Bedingungen an ihre Personalie im Zuge einer möglichen Rückkehr des früheren Parteichefs Oskar Lafontaines an die Parteispitze dementiert.

Berlin. Die stellvertretende Linksfraktionschefin Sahra Wagenknecht hat den Führungsstreit in ihrer Partei noch einmal angeheizt. Sie warf den innerparteilichen Gegnern von Ex-Parteichef Oskar Lafontaine, der seine Bereitschaft zu einer erneuten Kandidatur erklärt hatte, vor, diesem mit Falschdarstellungen schaden zu wollen. "Es spricht auch nicht gerade für den Stil der innerparteilichen Konkurrenten, dass hier wirklich richtig Falschmeldungen lanciert werden“, sagte sie am Dienstag im ZDF.

Die Lebensgefährtin Lafontaines widersprach der Darstellung, dieser habe unter anderem als Bedingung für die Rückkehr an die Parteispitze gefordert, dass sie an die Fraktionsspitze rücke. "Es gibt keine Bedingung, dass ich irgendetwas in der Partei werden soll“, sagte Wagenknecht. "Es gibt überhaupt keine Bedingungen. Ich möchte das hier auch klar dementieren.“ Lafontaine werde am Dienstag lediglich den Landesvorsitzenden sein Angebot erläutern, wieder an die Parteispitze zu rücken. "Bezogen auf die Fraktion gibt es gar nichts“, sagte Wagenknecht. Es gehe derzeit nur um die Parteispitze.

"Das ist schlicht, um ihn zu beschädigen“, hielt Wagenknecht den Gegnern vor. Man wolle Lafontaine offenbar diskreditieren. Die Frage, ob sie an die Fraktionsspitze aufrücken solle, habe überhaupt keine Rolle gespielt. "Es gab nie eine Debatte darüber. Das ist ein rein gestreutes Gerücht, um ihn jetzt offensichtlich mit seiner Kandidatur nach außen schlecht hinzustellen.“

Die Führung der Linkspartei berät sich am Nachmittag mit Lafontaine. Für den frühen Abend ist eine Pressekonferenz geplant.

Am 2. und 3. Juni ist die Wahl einer neuen Führung auf dem Linke-Parteitag in Göttingen geplant, vorab wollten die Landeschefs mit dem Bundesvorstand am Dienstag das weitere Vorgehen besprechen. An der Zusammenkunft wollte auch Lafontaine teilnehmen. (rtr/dapd)