Cohn-Bendit plädiert für Waffenlieferungen an libysche Rebellen

Berlin. Der deutsch-französische Grünen-Politiker Daniel Cohn-Bendit hat an die Vereinten Nationen appelliert, den Weg für Waffenlieferungen an die libyschen Rebellen frei zu machen. Das vom Uno-Sicherheitsrat verhängte Waffenembargo sei "absurd", sagte der Abgeordnete im Europaparlament dem "Tagesspiegel". "Gaddafis Militär ist hoch gerüstet", warnte er. "Die Einzigen, die keine Waffen haben, sind die Rebellen."

Deutsche Kritik an der Wirkung der alliierten Luftangriffe wies der Politiker zurück. "Die libysche Armee ist auf dem Rückzug", sagte er. Zwar rechne er nicht damit, dass die Rebellen die Hauptstadt Tripolis militärisch einnehmen könnten. Gaddafi und seine Armee seien durch die Intervention aber so geschwächt worden, dass Tripolis wieder Massendemonstrationen gegen ihn erleben werde. "Und das wird dann das Ende von Gaddafi sein", sagte Daniel Cohn-Bendit.

Der Politiker hatte die militärische Intervention zugunsten der Aufständischen im Gegensatz zur Bundesregierung stark befürwortet.

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