Westen hat großen Nachholbedarf an Krippenplätzen

Frankfurt/Wiesbaden. Die westdeutschen Bundesländer müssen in den nächsten drei Jahren rund 320 000 zusätzliche Plätze für die Betreuung von Kleinkindern schaffen und das Angebot damit mehr als verdoppeln. Nordrhein-Westfalen muss den derzeitigen Bestand sogar fast verdreifachen und allein gut 100 000 neue Plätze anbieten, um die gesetzlichen Vorgaben bis 2013 zu erfüllen, wie das Statistische Bundesamt auf Grundlage einer neuen Modellrechnung mitteilte.

Hintergrund ist die auf dem Krippengipfel 2007 von Bund, Ländern und Kommunen getroffene Vereinbarung, bis zum Jahr 2013 bundesweit für 35 Prozent aller Kinder unter drei Jahren ein Angebot zur Kindertagesbetreuung zu schaffen. Das Ende Dezember 2008 in Kraft getretene Kinderförderungsgesetz sieht mit dem Kindergartenjahr 2013/2014 zudem einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz für Kinder ab Vollendung des ersten Lebensjahres vor.

Bei einer angestrebten Betreuungsquote von mindestens 35 Prozent werden laut Bundesamt in Westdeutschland insgesamt rund 559 000 Betreuungsplätze benötigt. Am 1. März 2009 waren aber nur rund 238 000 Kinder unter drei Jahren in Kindertagesbetreuung, das entspricht einer Betreuungsquote von 14,4 Prozent.

Der Nachholbedarf der einzelnen Länder ist sehr unterschiedlich. Die bislang niedrigsten Betreuungsquoten weisen mit 11,5 beziehungsweise 11,9 Prozent Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen auf. Ebenfalls nur eine sehr niedrige Quote haben Bremen (13,7 Prozent), Schleswig-Holstein (14,3 Prozent) sowie das Saarland (15,1 Prozent). Die mit Abstand höchste Quote im Westen hat Hamburg mit 22,2 Prozent. In den ostdeutschen Ländern lag die Betreuungsquote bereits 2009 bei 45,9 Prozent und damit deutlich über den angestrebten 35 Prozent.

( (apn) )