Krankenhäuser fordern mehr Geld

Zahl der Patienten in Hamburg steigt. Bei Ärzten und Pflegern droht Fachkräftemangel

Hamburg. Die Hamburger Krankenhäuser fordern von der Politik eine bessere finanzielle Ausstattung, um die wachsende Zahl an Patienten bewältigen zu können. "Wenn wir zusätzliche Patienten behandeln, müssen wir zusätzliche Mitarbeiter einstellen", sagte Prof. Fokko ter Haseborg, Vorsitzender der Hamburgischen Krankenhausgesellschaft. Die Kliniken seien Anlaufpunkte für nahezu fünf Millionen Menschen in der Metropolregion. Jeder dritte Patient komme aus dem Umland. Die Häuser mit ihren 27 000 Mitarbeitern sowie die 142 000 Mitarbeiter im Hamburger Gesundheitswesen insgesamt hätten ein krisensicheres Wachstumspotenzial. "Für diesen Jobmotor Krankenhaus brauchen wir eine angemessene Finanzierung", sagte ter Haseborg beim Krankenhaustag.

Mit scharfen Worten wandte sich der Chef des Albertinen-Diakoniewerks gegen die "Kampagne" der gesetzlichen Krankenkassen, die in den Kliniken Kostentreiber sähen. Ter Haseborg wies den Vorwurf zurück, dass viele Operationen aus rein ökonomischen Gründen gemacht würden. Es gebe schwarze Schafe. "Aber wir haben heute schonende Verfahren und Eingriffe, die früher nicht möglich gewesen wären." Die alternde Gesellschaft führe zu steigenden Kosten. Doch die Medizin ermögliche älteren Menschen auch, Schmerzen zu lindern und den Lebensabend freier zu gestalten.

Gerade in Hamburg, so ter Haseborg, könne man nicht von einer Vielzahl unnötiger Operationen reden. "Die Hälfte der Behandlungen in unseren Krankenhäusern sind Notfälle. 50 000 Menschen werden jedes Jahr wegen Krebserkrankungen behandelt, 25 000 wegen psychischer Leiden und 13 000 wegen Herzinfarkt." Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD) sicherte den Hamburger Häusern eine "vernünftige" Finanzierung zu. Das drängende Problem sei der Fachkräftemangel - "ein Mega-Thema", so die Senatorin. "Mit der demografischen Entwicklung wächst der Bedarf an Fachkräften und schrumpft ihr Angebot."

Für Ärzte ist Hamburg als Arbeitsort nach wie vor attraktiv, wie der Vize-Vorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung, Walter Plassmann, anhand einer Umfrage der Uni Trier unter Medizinstudenten belegte. Doch die Bezahlung der Praxisärzte sei im bundesweiten Vergleich schlecht.

Der CDU-Fraktionschef und frühere Gesundheitssenator Dietrich Wersich forderte den Senat auf, sich zum Ausbau von Wissenschaft und Spitzenforschung zu bekennen: "Es geht darum, ob Hamburg in der Gesundheit spitze bleibt." Die Bundesregierung hatte zuletzt Projekte gefördert, um die Zahl der Landärzte zu erhöhen - mit bescheidenem Erfolg.