Gegenschlag

Nordirland-Streit: EU startet Verfahren gegen London

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EU-Kommissar Maros Sefcovic während einer Pressekonferenz im EU-Hauptquartier. Im Streit um Brexit-Regeln für die britische Provinz Nordirland geht die EU gegen London vor.

EU-Kommissar Maros Sefcovic während einer Pressekonferenz im EU-Hauptquartier. Im Streit um Brexit-Regeln für die britische Provinz Nordirland geht die EU gegen London vor.

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Mit einem neuen Gesetz hat die britische Regierung unter Premier Boris Johnson den Streit um den Brexit-Status für Nordirland erneut eskaliert. Nun antwortet die EU mit einem offiziellen Verfahren.

Brüssel/London. Im Streit um Brexit-Regeln für die britische Provinz Nordirland geht die EU gegen London vor.

Damit reagierte die EU-Kommission am Mittwoch auf ein zu Wochenbeginn vorgestelltes Gesetz, mit dem die britische Regierung eine gemeinsame Vereinbarung - das sogenannte Nordirland-Protokoll - untergraben könnte.

Konkret geht es um drei rechtliche Verfahren: Zwei dieser Vertragsverletzungsverfahren werden neu eingeleitet, ein weiteres wieder aufgenommen. Diese können mit einem Verfahren vor dem Europäischen Gerichtshof und einer Geldstrafe für London enden.

Trotz wiederholter Aufforderungen habe die britische Regierung es versäumt, das Protokoll umzusetzen, teilte die EU-Kommission mit. "Dies ist ein klarer Verstoß gegen das Völkerrecht." Das sei nicht akzeptabel, sagte der für die Verhandlungen zwischen London und Brüssel zuständige EU-Kommissar Maros Sefcovic.

Grenze auf der Insel soll vermieden werden

Nach dem Brexit war ein Streit darüber entbrannt, wie und wo Waren kontrolliert werden sollen, die aus Großbritannien nach Nordirland gebracht werden. Beide Seiten wollen eine Grenze auf der irischen Insel vermeiden, da befürchtet wird, dass dies in Gewalt enden könnte und den Nordirland-Konflikt wieder anheizen könnte.

Das Nordirland-Protokoll ist Teil des 2019 geschlossenen Brexit-Abkommens. Es sieht vor, dass die zum Vereinigten Königreich gehörende Provinz weiter den Regeln des EU-Binnenmarkts und der Europäischen Zollunion folgt. Damit sollen Warenkontrollen zum EU-Mitglied Republik Irland verhindert werden, um ein Wiederaufflammen des Konflikts zwischen Gegnern und Befürwortern einer Vereinigung der beiden Teile Irlands zu verhindern. Dafür ist nun aber eine innerbritische Warengrenze entstanden.

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