"Moralische Unfähigkeit"

Perus Präsident Vizcarra übersteht Amtsenthebungsverfahren

Martin Vizcarra, Präsident von Peru winkt, nach seiner Rede vor dem Kongress, den Reportern zu.

Martin Vizcarra, Präsident von Peru winkt, nach seiner Rede vor dem Kongress, den Reportern zu.

Foto: dpa

Er bleibt weiterhin der Präsident von Peru. Bei der Abstimmung im Kongress stimmte nur eine Minderheit der Abgeordneten gegen Martín Vizcarra.

Lima. Der peruanische Präsident Martín Vizcarra; hat das Amtsenthebungsverfahren im Kongress überstanden.

Bei der Abstimmung votierten nur 32 Abgeordnete dafür, den Staatschef wegen "moralischer Unfähigkeit" des Amtes zu entheben. 78 Parlamentarier stimmten dagegen und 15 enthielten sich. Für den Erfolg des Antrags auf Amtsenthebung wären 87 Stimmen nötig gewesen.

In der vergangenen Woche hatte das Parlament das Amtsenthebungsverfahren gegen Vizcarra eingeleitet. Dem Staatschef wird vorgeworfen, Mitarbeiter in einer parlamentarischen Untersuchung zu aufeinander abgestimmten Aussagen gedrängt zu haben. In dem Fall geht es um umstrittene Verträge mit einem Sänger im Wert von 50.000 US-Dollar. Der recht unbekannte Künstler soll mehrfach Motivationskurse für Mitarbeiter des Kulturministeriums gegeben haben, obwohl ihm dafür die Qualifikation fehlte. Außerdem wurde er mehrmals im Regierungspalast empfangen.

Die politische Krise erschüttert Peru, während das Land mit der Corona-Pandemie zu kämpfen hat. Peru ist eines der am stärksten betroffenen Länder. Mit rund 750.000 Infektionen steht der Andenstaat weltweit an fünfter Stelle. Über 31.000 Patienten sind bereits im Zusammenhang mit der Krankheit Covid-19 gestorben.

© dpa-infocom, dpa:200919-99-626005/3