Terrormiliz

Irak feiert Erfolg im Kampf gegen Islamischen Staat

Irakische Soldaten hissten in Ramadi Flaggen. Sie haben die Stadt nach eigenen Angaben vom IS befreit.

Irakische Soldaten hissten in Ramadi Flaggen. Sie haben die Stadt nach eigenen Angaben vom IS befreit.

Foto: STRINGER / REUTERS

Die irakische Armee hat dem IS eine Niederlage zugefügt. Die Regierungstruppen konnten die Großstadt Ramadi zurückerobern.

Ramadi Seit Mai war die 100 Kilometer westlich von Bagdad gelegene Stadt Ramadi in der Gewalt des sogenannten Islamischen Staates (IS). Nun wurde die Terrormiliz von der irakischen Armee aus dem Zentrum der Stadt vertrieben.

„Ramadi wurde befreit, und die Anti-Terror-Einheiten der Streitkräfte haben die irakische Fahne über dem Regierungsviertel gehisst“, hieß es in einer Stellungnahme des Militärs, die am Montag im Staatsfernsehen veröffentlicht wurde. Die „heldenhafte Armee“ habe Ramadi aus den „Klauen des IS“ gerissen, der die 100 Kilometer westlich von Bagdad gelegene Hauptstadt der Provinz Al-Anbar seit Mai gehalten hatte.

Verlust Ramadis trifft IS schwer

Für den IS ist es eine der größten Schlappen neben dem Verlust der nordirakischen Stadt Tikrit Ende März. Videoaufnahmen des kurdischen Fernsehsenders Rudaw zeigten eine vom Häuserkampf gezeichnete Stadt, zerstörte Wohnblöcke und Armeefahrzeuge in den verwüsteten Straßen. Kampfgeräusche waren auf dem Material nicht zu hören.

Allerdings scheint es noch Widerstand in einzelnen Teilen Ramadis zu geben. Der Gouverneur der Provinz Al-Anbar, Soheib Alrawi, sagte der Deutschen Presse-Agentur, dass bislang lediglich 80 Prozent des Stadtgebietes von der irakischen Armee kontrolliert würden. Zuvor hatte es geheißen, das Regierungsviertel der Stadt sei der letzte Rückzugsort der Dschihadisten gewesen.

Internationale Luftunterstützung für irakischen Vorstoß

Die irakischen Regierungstruppen hatten am Dienstag mit internationaler Luftunterstützung einen Großangriff auf das Zentrum Ramadis begonnen. Der Verlust der sunnitisch geprägten Stadt mit 300.000 Einwohnern im Mai markierte eine schwere Niederlage der Streitkräfte und zog eine Debatte über den Zustand der irakischen Armee nach sich.

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) sprach am Montag von einem „wichtigen Erfolg“ der Regierung von Ministerpräsident Haidar al-Abadi. „Nach Tikrit, Baiji, Sindschar ist Ramadi die vierte größere Stadt im Irak, die von irakischen Kräften zurückerobert worden ist. Mehr als ein Viertel des im Irak noch vor einem Jahr gehaltenen Territoriums musste IS inzwischen wieder aufgeben.“ Das Ende der Terrorherrschaft des IS sei aber noch lange nicht erreicht, fügte Steinmeier hinzu.

Staatschefs begrüßen Erfolg

Frankreichs Präsident François Hollande beglückwünschte Regierungschef Al-Abadi zur „Befreiung der Stadt Ramadi durch die irakischen Streitkräfte“. Dies sei „der wichtigste Sieg seit Beginn des Kampfes gegen den IS, sagte Hollande nach Angaben des Élyséepalastes. Aus Sicht Frankreichs, das im Nordirak und in Syrien Angriffe gegen IS-Stellungen fliegt, ist dies ein wichtigen Schritt zur Wiederherstellung der staatlichen Autorität in dem Land.

„Der heutige Erfolg ist ein stolzer Moment für den Irak“, sagte der Sprecher des US-Militärs in der Region, Steve Warren. Die internationale Koalition habe dabei mit mehr als 630 Luftangriffen auf den IS, der Ausbildung irakischer Einheiten und Ausrüstung zur Bombenentschärfung unterstützt. Das Bündnis werde weiterhin dabei helfen, Ramadi für rückkehrende Einwohner zu sichern.

Steinmeier erklärte, er habe der irakischen Regierung bei seinem Besuch vor drei Wochen 20 Millionen Euro für den Aufbau und die Versorgung befreiter Gebiete zugesagt. (dpa)