CIA

Warum Osama bin Laden Angst vor Zahnschmerzen hatte

Neue Geheimdokumente enthüllen das Innenleben im Versteck des Terrorfürsten. Osama bin Laden las Verschwörungs-Bücher – auch über 9/11.

Washington/London. Es sind brisante Geheimdokumente, die die USA jetzt veröffentlicht haben. Sie sollen vor allem zeigen, wie sich der getötete Al-Qaida-Chef Osama bin Laden in seinen letzten Jahren verhielt, ehe ein Spezialkommando der Navy Seals ihn im Mai 2011 im pakistanischen Abbottabad aufspürte und erschoss. Mehr als 100 Dokumente aus dem Besitz von bin Laden sollen auch die Behauptung des amerikanischen Investigativ-Journalisten Seymour Hersh widerlegen, Pakistan habe vom Haus bin Ladens gewusst und ein pakistanischer Agent habe das an die CIA verraten.

Bislang ist das die Darstellung der USA, die auch in Kathryn Bigelows Film "Zero Dark Thirty" zu sehen ist: Das Navy Seals Spezialkommando flog mit zwei Hubschraubern unbemerkt von den Pakistanis nach Abbottabad, sprengte die Türen des Komplexes auf, wollte Bin Laden gefangennehmen, musste ihn aber erschießen, weil er sich wehrte und seine Begleiter schossen. Hersh hatte das infragegestellt.

Die neuen Dokumente offenbaren, dass bin Laden wohl nicht mehr der alleinige und alle Terroristen seines Netzes zusammenhaltende Anführer war. Die Al-Qaida-Aktivitäten sollten sich darauf konzentrieren, US-Bürger zu ermorden und zu bekämpfen. Es gebe nur eine Möglichkeit, die US-Politik zu beeinflussen: durch Angriffe. Dadurch würden, so bin Laden, die USA "Muslime in Ruhe lassen".

Die Dokumente aus den Beständen der Navy Seals werden am Mittwoch auf eine richterliche Anordnung hin veröffentlicht. Ein CIA-Sprecher sagte, das habe mit den Veröffentlichungen von Star-Journalist Seymour Hersh nichts zu tun.

Bin Laden soll laut den Dokumenten, über die auch der "Daily Telegraph" berichtet, seine Frauen, Kinder und Helfershelfer angewiesen haben, nicht zum Arzt zu gehen. Vor allem lag ihm die Zahngesundheit am Herzen. Bedeutet: Er hatte offenbar Angst vor Zahnschmerzen. Denn er witterte in Zahnfüllungen auch Minisender und Abhörwanzen.

Eine seiner Frauen, Umm Hamsa, kam eines Tages aus dem Iran zurück und musste ihre Kleidung wechseln. Denn der Terrorfürst hatte panische Angst vor Wanzen.

Bin Laden forderte seine Anhänger weiter zu permanenten großen Anschlägen auf. Doch der amerikanische Drohneneinsatz machte es seinen hochrangigen Helfern schwer, diese Attacken durchzuführen.

Von den Büchern, die bin Laden las, zeigen einige seinen Hang zu Verschwörungstheorien wie bei den Illuminati. Ironischerweise, schreibt CNN, sei unter den Büchern auch eines gewesen, das 9/11 als amerikanische Verschwörung einstuft. (HA)