Muslime in den Niederlanden und Tschechien bedroht

Prag/Den Haag. Der tschechisch-japanische Politiker Tomio Okamura hat zu Schikane gegen Muslime aufgerufen. Man solle „Hunde und Schweine“ in der Umgebung von Moscheen Gassi führen, schrieb der Parlamentsabgeordnete auf Facebook. Der Islam sieht Schweine als unrein an und verbietet ihren Verzehr. Okamura rief zudem zu einem Boykott von Geschäften auf, die von Muslimen betrieben werden. „Jeder gekaufte Kebab ist nur ein weiterer Schritt hin zu Burkas“, wetterte der 42-Jährige. Dessen Partei Morgenröte der direkten Demokratie nimmt immer stärker ausländerfeindliche Züge an. Unter den zehn Millionen Einwohnern Tschechiens gibt es nur rund 20.000 Muslime.

Muslime in den Niederlanden haben unterdessen Bürgerwehren gegründet, um Moscheen bei Nacht gegen Angriffe zu schützen. Mehrere muslimische Gemeinden im Land hätten Sicherheitsmaßnahmen getroffen, nachdem im Internet dazu aufgerufen wurde, Gebetshäuser in Brand zu stecken, berichtete der öffentlich-rechtliche Sender NOS. „Besucher fühlen sich zurzeit nicht mehr sicher während des Gebets in der Moschee“, sagte Yassin Elforkani, ein Imam aus Amsterdam. Nach den Aufrufen und der Verherrlichung der Brandanschläge auf Moscheen in Schweden riefen islamische Verbände die niederländische Regierung auf, Moscheen zu schützen.