Kontroverse Debatte über Fußball-WM 2018 in Russland

Berlin. Der CDU-Politiker Michael Fuchs stellt angesichts der Ukraine-Krise die Austragung der Fußball-Weltmeisterschaft 2018 in Russland infrage. Der Fußball-Weltverband Fifa sollte sich Gedanken darüber machen, ob Russland ein geeignetes WM-Land sei, wenn es noch nicht einmal sichere Luftwege garantieren könne, sagte der Vize-Vorsitzende der Unionsbundestagsfraktion „Handelsblatt Online“ mit Blick auf die jüngste Eskalation und den mutmaßlichen Abschuss eines Passagierflugzeugs über der Ostukraine.

Eine Neuvergabe der WM als Strafmaßnahme könne wesentlich wirkungsvoller sein als die Verhängung harter Wirtschaftssanktionen. So seien die russischen Grenzen in ihrer Vielfalt viel zu durchlässig, um das Land etwa von Importen abzuschneiden. Die Umsetzung möglicher Handelsbeschränkungen ließe sich daher kaum effektiv kontrollieren. Deutschland könne zusammen mit Frankreich und Italien die WM übernehmen. „Wir haben genügend Stadien, die WM-tauglich sind.“

SPD-Chef Sigmar Gabriel hält dagegen die Diskussion für falsch. „Jetzt vier Jahre im Voraus eine Debatte über die nächste Fußball-WM zu führen, halte ich nicht für besonders klug.“ Er könne aber verstehen, dass gerade die Niederländer enorm unter Schock stünden. Der frühere niederländische Nationalspieler John van 't Schip hatte zuvor zu einem Boykott der Fußball-WM in Russland aufgerufen.