EU-Prognose: Paris verfehlt auch 2015 die Maastricht-Grenze

Brüssel. Die Wirtschaft in den 18 Euro-Staaten nimmt nach der Krise nur langsam wieder Fahrt auf. Im laufenden Jahr erwartet die EU-Kommission nach wie vor ein schwaches Wachstum von 1,2 Prozent und im kommenden Jahr von 1,7 Prozent. Das schreibt die EU-Behörde in ihrer in Brüssel veröffentlichten Frühjahrs-Konjunkturprognose. Die Erwartung für 2015 liegt um 0,1 Prozentpunkte niedriger als zuvor. Die Arbeitslosigkeit bleibe hoch.

Frankreich und Spanien mühen sich mit Reformen ab, bekommen aber dennoch ihre staatlichen Defizite nicht in den Griff. Laut EU-Prognose wird Paris es auch im nächsten Jahr trotz seines Sparprogramms nicht schaffen, wie versprochen die Maastricht-Grenze von drei Prozent der Wirtschaftsleistung einzuhalten. Demnach wird Frankreich 2015 mit einem Defizit von 3,4 Prozent die Marke reißen – nach 3,9 Prozent im laufenden Jahr. Die Pariser Regierung hat gerade ein Sparpaket beschlossen, das bis 2017 rund 50 Milliarden Euro einsparen soll. Auch für Spanien, das 2016 wieder die Drei-Prozent-Marke einhalten muss, sind die Aussichten eher düster. Die Prognose nennt 5,6 Prozent Defizit in diesem Jahr und 6,1 Prozent für 2015.