Griechenland kehrt zurück an die Finanzmärkte

Athen. Griechenland will sich vom Image des Pleitelandes befreien. Zwei Jahre nach dem größten Staatsbankrott der Geschichte hat Athen die Rückkehr an den Kapitalmarkt verkündet. Das Finanzministerium hat internationale Banken beauftragt, die Ausgabe einer Staatsanleihe mit fünfjähriger Laufzeit vorzubereiten. Griechenland will mit den neuen Titeln zwischen zwei und 2,5 Milliarden Euro einnehmen.

Der Marktzins für Staatsanleihen mit zehnjähriger Laufzeit liegt derzeit bei sechs Prozent. Vor zwei Jahren – als private Anleger bei einem Schuldenschnitt 130 Milliarden Euro verloren – waren es rund 40 Prozent. Griechenland hat sich zuletzt im März 2010 an den Markt gewagt. Um seinen Finanzbedarf zu decken, ist das Land seither auf Hilfen des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Euro-Partner angewiesen. Griechenland profitiert davon, dass Anleger Geld aus Schwellenländern abziehen. Allein Russland verlor im ersten Quartal mehr als 50 Milliarden Dollar. Da Anleihen mit erstklassiger Bonität – wie etwa von Deutschland – nur niedrige Zinsen abwerfen, haben Investoren die Euro-Krisenländer wiederentdeckt – zumal diese auch konjunkturell Fortschritte machen. So wuchs die griechische Produktion im Februar mit 1,7 Prozent bereits den dritten Monat in Folge.