Amnesty beklagt weltweite Zunahme von Hinrichtungen

London. Die Zahl der Hinrichtungen hat sich 2013 laut dem jährlichen Bericht von Amnesty International deutlich erhöht. Vor allem infolge einer starken Zunahme im Iran und im Irak sei die Zahl offiziell bekannter Exekutionen im vergangenen Jahr auf mindestens 778 gestiegen, erklärte die Menschenrechtsorganisation am Donnerstag. Allerdings bleibe China mit Abstand das Land mit den meisten Hinrichtungen. Schätzungen zufolge seien dort mehrere Tausend Menschen exekutiert worden. Offizielle Angaben zu Hinrichtungen macht die Regierung in Peking nicht.

Die chinesische Regierung würde „die Zahlen zu Todesurteilen und Hinrichtungen als Staatsgeheimnis“ behandeln, beklagte Amnesty. Die Amnesty-Vertreterin Audrey Gaughran sagte, China gebe an, seit 2007 den Gebrauch der Todesstrafe reduziert zu haben. Wenn dies so sei, sollte die Regierung Beweise vorlegen und die Zahlen veröffentlichen. Bis auf Weiteres führt China die Liste der Staaten mit den meisten Hinrichtungen an, gefolgt von Iran, Irak, Saudi-Arabien und den USA.

Insgesamt wurden Menschen in 22 Ländern hingerichtet, wobei Indonesien, Kuwait, Nigeria und Vietnam die Vollstreckung der Todesstrafe wieder aufnahmen. Allgemein gehe der Trend aber zu deren Abschaffung. Der Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, Christoph Strässer, bezeichnete die Zahlen von Amnesty als „alarmierend“. „Die Todesstrafe ist unmenschlich und rechtspolitisch unsinnig!“, sagte Strässer. Die Bundesregierung setze sich mit ihren Partnern in der EU für ihre weltweite Abschaffung ein.