Gericht ordnet Freilassung von Mubarak an

Kairo. Es ist ein neuer Funken im Pulverfass Ägypten: Ein Gericht hat die Freilassung des früheren ägyptischen Präsidenten Husni Mubarak angeordnet. Nach Angaben eines Justizsprechers kann der 85-Jährige für die Dauer der gegen ihn laufenden Prozesse zu Hause wohnen. Mubaraks Anwalt Farid al-Dib sagte, sein Mandant werde vielleicht schon am heutigen Donnerstag freikommen. Im Tora-Gefängnis bei Kairo würden die Entlassungspapiere vorbereitet, hieß es.

Beobachter erwarten, dass es jetzt in Kairo zu neuen Protesten kommen wird. Die Muslimbrüder, deren Präsident Mohammed Mursi gestürzt und inhaftiert wurde, waren unter Mubarak jahrzehntelang verboten. Im Internet wurde bereits zum Widerstand gegen die Gerichtsentscheidung aufgerufen.

Mubarak, der 30 Jahre in Ägypten geherrscht hatte, war im Februar 2011 nach tagelangen Massenprotesten von der Militärführung zum Rücktritt gezwungen worden. Unter anderem wurden ihm in Prozessen Korruption und die Tötung von mehr als 800 Demonstranten vorgeworfen.

Zuletzt ging es um luxuriöse Geschenke, die Mubarak vom staatlichen Medienkonzern Al-Ahram entgegengenommen hatte. Da der Ex-Präsident den Gegenwert der Geschenke inzwischen an Al-Ahram zurückbezahlt hat, stand seiner Haftentlassung nichts mehr im Weg.