Islamisten sollen Anschläge mit Modellflugzeugen geplant haben

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Berlin. Eine Gruppe von Islamisten soll in Süddeutschland Anschläge mit ferngesteuerten Modellflugzeugen vorbereitet haben. Wie die Bundesanwaltschaft mitteilte, durchsuchten etwa 90 Polizisten Gebäude im Großraum Stuttgart, im Großraum München, in Sachsen sowie in Belgien. Grund seien Ermittlungen der Bundesanwaltschaft und der Staatsanwaltschaft Stuttgart wegen des Verdachts der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat und der Geldwäsche. Festnahmen gab es nicht. Die Pläne seien noch in einem frühen Stadium gewesen. Eine erhöhte Terrorgefahr bestehe in Deutschland nicht.

In Stuttgart und Belgien richteten sich die Durchsuchungen gegen zwei terrorverdächtige Tunesier. Nach Angaben der Ermittler sollen sie sich gezielt Informationen und Gegenstände beschafft haben, um radikal-islamistisch motivierte Sprengstoffanschläge mit ferngesteuerten Modellflugzeugen begehen zu können. Ziel der Razzia am frühen Morgen war laut Bundesanwaltschaft unter anderem, „Beweismittel für etwaige Anschlagspläne und -vorbereitungen zu gewinnen“. Die Beschuldigten waren seit mehr als acht Monaten im Visier der Ermittler. Nach ersten Erkenntnissen besaßen sie kein sprengfähiges Material oder Waffen. In Stuttgart und München wurden zudem die Wohnungen von vier Personen durchsucht, die im Kontakt zu den Beschuldigten standen. Sie werden von der Staatsanwaltschaft Stuttgart wegen des Verdachts der Finanzierung des sogenannten Heiligen Krieges verfolgt. Gesonderte Ermittlungen gibt es gegen eine Person aus dem Umfeld der Beschuldigten wegen des Verdachts der Geldwäsche. Mehrere Verdächtige studieren laut SWR an der Universität Stuttgart, unter anderem im Fachbereich Luft- und Raumfahrttechnik.

Über Anschläge mit Modellflugzeugen war in Sicherheitskreisen immer wieder spekuliert worden. Als mögliche Ziele von Terroristen gelten bewohnte Gebiete oder Menschenansammlungen. Ein solches Szenario ist nicht außergewöhnlich: Vor ein paar Jahren berichteten die Kinder des einstigen CSU-Chefs Franz Josef Strauß, dass die RAF-Terroristen im Herbst 1977 einen Anschlag mit Modellflugzeugen auf ihren Vater geplant hätten. Im Jahr 2011 vereitelte zudem das FBI mögliche Anschläge, bei denen mit Sprengstoff bestückte Modellflugzeuge in Washington D.C. Menschen töten sollten.

( (HA) )

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