Obama neigt zu Waffenlieferungen an Syriens Rebellen

US-Präsident prüft außerdem Flugverbotszone. Hisbollah drängt Aufständische zurück

Washington. US-Präsident Barack Obama tendiert mehr und mehr dazu, Waffen an gemäßigte Rebellenkämpfer in Syrien zu liefern. Eine Entscheidung darüber könnte schon diese Woche fallen, wie die Nachrichtenagentur AP aus Regierungskreisen in Washington erfuhr. Ebenfalls geprüft werde ein Einsatz der US-Luftwaffe zur Durchsetzung einer Flugverbotszone über Syrien. Ein solcher Beschluss sei aber eher unwahrscheinlich, hieß es.

In den vergangenen Wochen hatten Teile der Aufständischen, die seit März 2011 gegen Präsident Baschar al-Assad kämpfen, vor einem Zusammenbruch ihrer Frontlinien gewarnt, sollten sie nicht mehr Waffen geliefert bekommen. Verschärfend kommt hinzu, dass gut ausgerüstete Kämpfer der schiitischen Hisbollah-Miliz vermehrt aus dem Libanon in den Bürgerkrieg eingreifen. Nach Schätzungen der US-Regierung kämpfen inzwischen mehr als 5000 von ihnen an der Seite der Regierungstruppen.

Wegen der Beratungen über das weitere Vorgehen der USA in Syrien sagte Außenminister John Kerry am Montag eine geplante Reise nach Israel und drei andere Staaten des Nahen Ostens ab. Obama hatte Waffenlieferungen bislang skeptisch gesehen und gewarnt, sie könnten in dem Konflikt leicht in die Hände extremistischer Islamisten fallen – die zwar ebenfalls Assad stürzen wollen, aber den USA feindlich gegenüber stehen. Den Einsatz von Bodentruppen hat der Präsident mehrfach ausgeschlossen.

Die Türkei, Saudi-Arabien und Katar versorgen einzelne, ausgewählte Rebelleneinheiten in Syrien bereits seit Längerem mit Waffen. In Europa erwägen auch Frankreich und Großbritannien solche Waffenlieferungen, haben dazu aber noch keine konkreten Pläne. Das EU-Embargo ist Anfang Juni ausgelaufen.