Zwei Dutzend Tote bei Bombenserie vor Wahl im Irak

Bagdad. Fünf Tage vor einer wichtigen Wahl haben Terroristen den Irak am Montag mit einer Welle von Anschlägen überzogen. Insgesamt starben mindestens 24 Menschen. Polizei und Krankenhausärzte zählten 145 Verletzte. Die Anschläge richteten sich sowohl gegen Zivilisten als auch gegen die Polizei. Vor dem internationalen Flughafen von Bagdad explodierte eine Autobombe, kurz darauf schlug am gleichen Ort eine Mörsergranate ein. Bei dem Anschlag, der sich an einer Straßensperre ereignete, wurden nach Berichten lokaler Medien drei Menschen getötet. Zehn weitere erlitten Verletzungen.

In der nördlichen Provinz Salaheddin sprengte sich ein Selbstmordattentäter an einer Straßensperre der Polizei in die Luft. In der Stadt Kirkuk explodierten Autobomben vor einer schiitischen Moschee, vor dem Katasteramt und neben einem Fahrzeug mit kurdischen Kämpfern. Weitere Anschläge ereigneten sich in Al-Hilla und Al-Musajib südlich von Bagdad, wo eine Bombe vor einem Restaurant detonierte, sowie in den nördlich der Hauptstadt gelegenen Städten Bakuba und Tikrit. In der Stadt Mossul wurde eine Angehörige der christlichen Minderheit von Unbekannten erschossen. In zwölf der insgesamt 18 Provinzen werden am Sonnabend neue Räte gewählt. Es bewerben sich 8100 Kandidaten um 447 Sitze in den Provinzräten. 117 Sitze sind für Frauen reserviert.

Die Abstimmung gilt vor der Parlamentswahl im kommenden Jahr als Test, ob die schiitisch dominierte Regierung von Ministerpräsident Nuri al-Maliki sich gegen Rivalen aus beiden Religionsgruppen durchsetzen kann. Zehn Jahre nach der US-geführten Invasion und dem Sturz Saddam Husseins gewinnen im Irak die Islamisten der al-Qaida immer mehr an Stärke, besonders in der Wüste im Westen des Landes an der Grenze zu Syrien.