Angriff auf US-Konsulat

Obama sichert Zusammenarbeit zu - Auch Libyer unter den Opfern

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Nach den Anschlägen auf das US-Konsulat in Bengasi sichert Obama dem Land Zusammenarbeit zu. Auch libysche Sicherheitskräfte getötet.

New York. US-Präsident Barack Obama hat dem Land Libyen nach dem tödlichen Anschlag auf den amerikanischen Botschafter eine Fortsetzung der Zusammenarbeit zugesichert. Obama sagte am Mittwoch in Washington, die Verbindungen zwischen den Regierungen würden nach dem Angriff am Dienstagabend in Bengasi nicht gekappt. Neben dem Botschafter waren drei weitere Mitarbeiter getötet worden. Zugleich sicherte der Präsident eine Verfolgung der Täter zu. „Machen Sie sich keine falschen Vorstellungen: Zusammen mit der libyschen Regierung werden wir für Gerechtigkeit sorgen.“ Der Gewaltausbruch wurde weltweit verurteilt. Libyen entschuldigte sich für die Taten.

Bei dem Angriff auf das US-Konsulat in Bengasi sind wohl auch mehrere libysche Sicherheitsbeamte getötet worden. Dies erklärte der stellvertretende libysche Botschafter bei den Vereinten Nationen am Mittwoch in New York.

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Der zu Tode gekommene US-Botschafter ist nach Aussage eines libyschen Arztes offenbar am Rauch erstickt. Chris Stevens sei alleine von einer Gruppe Libyern ins Krankenhaus gebracht worden, wo niemand von seiner Identität gewusst habe, sagte der Arzt Siad Abu Seid am Mittwoch. Der 52-Jährige sei bei seiner Ankunft nach Mitternacht praktisch tot gewesen. „Wir haben anderthalb Stunden versucht, ihn wiederzubeleben, allerdings ohne Erfolg“, sagte Abu Seid. Stevens habe aufgrund des Erstickens auch eine Magenblutung erlitten, aber keine anderen Verletzungen, sagte der Mediziner.

Stevens kam ums Leben, als er mit einigen seiner Mitarbeiter versuchte, das Konsulat zu evakuieren. Bei den drei mit Stevens getöteten US-Bürgern habe es sich im Sicherheitspersonal gehandelt, sagte der libysche Interimspräsident Mohammed el Megarif. Stevens ist der erste US-Botschafter seit 1979, der im Dienst getötet wurde.

Als Auslöser für die Angriffe wird ein vermeidlich islamfeindlicher Film des amerikanisch-israelischen Produzenten Sam Bacile vermutet. Der Trailer zu diesem Film hatte für reichlich Aufsehen gesorgt.

Afghanistan und der Iran haben den als islamfeindlich eingestuften Film des amerikanisch-israelischen Produzenten Sam Bacile scharf kritisiert. Der Streifen sei eine Beleidigung der weltweit 1,5 Milliarden Muslime, sagte der afghanische Präsident Hamid Karsai in Kabul. Der Film habe „die Feindschaft und die Konfrontation der Religionen geschürt und dem friedlichen Zusammenleben der Menschen schwer geschadet.“ Er glaube fest daran, dass Bacile und seine Unterstützer lediglich eine kleine radikale Minderheit darstellten, ergänzte Karsai.

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Auch in Teheran sorgte der Streifen für Protest. „Der Iran verurteilt diesen widerlichen Film und die Beleidigung der heiligen Symbole des Islam“, sagte ein Sprecher des Außenministeriums. Das „systematische und kontinuierliche Schweigen“ der USA gegenüber solchen beleidigenden Aktionen sei der Grund für die Ablehnung, die der Islam im Westen erfahre.

Wie die Nachrichtenagentur Fars berichtete, wollen an diesem Donnerstag iranische Studenten in Teheran vor der Botschaft der Schweiz gegen den Streifen demonstrieren. Diese vertritt in dem Land auch die US-Interessen. In dem auf YouTube veröffentlichten Trailer zu dem Film wird der Prophet Mohammed als Trottel und Frauenheld dargestellt. Neben Libyen hatte der Film auch in Ägypten zu schweren Ausschreitungen geführt.

Mit Material von dda und dpa