50 Tote und 200 Verletzte in der Elfenbeinküste

Genf/Abidjan. Durch den gewaltsamen Machtkampf in der Elfenbeinküste sind Angaben der Vereinten Nationen innerhalb von drei Tagen mehr als 50 Menschen getötet worden. Uno-Menschenrechtskommissarin Navi Pillay beklagte in Genf "massive Menschenrechtsverletzungen". Durch die Gewalt in dem westafrikanischen Land seien "in den vergangenen drei Tagen mehr als 50 Menschen getötet und mehr als 200 weitere verletzt worden", sagte Pillay. Die Uno-Truppe in der Elfenbeinküste habe auch Informationen über Entführungen von Menschen durch bewaffnete Männer in Armeekleidung erhalten. Die Opfer würden an geheimen Orten gefangen gehalten, einige seien unter verdächtigen Umständen tot aufgefunden worden.

Der selbst ernannte Staatschef Laurent Gbagbo hatte zuvor die "unverzügliche" Ausreise der Friedenstruppen verlangt. Die Staatsführung sei der Auffassung, dass die Uno-Mission ihren Auftrag nicht erfülle und nicht gemäß ihres Mandats handele, hieß es in einer im Fernsehen verlesenen Erklärung der von Gbagbo eingesetzten Regierung. Das Mandat für die Blauhelm-Soldaten in der Elfenbeinküste läuft bis zum 31. Dezember. Heute entscheidet die Uno über eine Verlängerung.