Südkorea probt nach Atom-Drohungen den Ernstfall

Bevölkerung hält die bislang größte Zivilschutzübung ab

Seoul. Südkorea hat inmitten der jüngsten Spannungen mit dem kommunistischen Norden die bisher größte Übung zur Evakuierung der Zivilbevölkerung abgehalten. Autofahrer hielten an und setzten sich Gasmasken auf, in Behörden und Fabriken verließen die Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz und gingen in unterirdische Schutzräume. Auch der Verkehr auf innerstädtischen Straßen wurde angehalten.

Die Maßnahme, die auf einen möglichen Angriff aus dem Norden vorbereiten sollte, war nach Angaben der Nationalen Agentur für Katastrophenschutz die größte jemals abgehaltene Übung in Südkorea. Evakuierungsübungen gibt es in Südkorea seit 1975.

In der Vergangenheit hatten die meisten Südkoreaner gelassen auf die immer wiederholten Drohungen Nordkoreas reagiert, den Süden in ein Flammenmeer zu verwandeln. Doch nach dem Artilleriebeschuss am 23. November auf die südkoreanische Insel Yeonpyeong, bei dem vier Menschen getötet worden waren, hat sich das Bedrohungsgefühl geändert.

Die südkoreanische Zeitung "Chosun Ilbo" berichtete unter Berufung auf Geheimdienstkreise, Nordkorea bereite einen neuen Atomtest vor. Auf einem Gelände im Nordosten werde ein Tunnel gegraben, der für einen dritten Versuch genutzt werden könnte. Dies werde aber noch bis März dauern.