Jugendlicher wollte Bombe bei Weihnachtsfeier in Oregon zünden

Täter wurde von US-Agenten mit Attrappe getäuscht

Portland. Der fröhliche Auftakt der Adventszeit in der US-Großstadt Portland sollte in einem Blutbad enden: Ein Jugendlicher wollte am Freitagnachmittag einen Sprengsatz zünden, genau in dem Moment, in dem die Lichter des Weihnachtsbaums in der Innenstadt das erste Mal leuchten sollten. Doch verdeckte Ermittler der US-Bundespolizei FBI hatten ihn mit einer Attrappe ausgerüstet. Die Behörden betonten, für die Öffentlichkeit habe nie eine Gefahr bestanden.

Die Ermittler griffen zu, nachdem der 19-Jährige gerade die Handynummer gewählt hatte, mit der er die vermeintliche Autobombe fernzünden wollte. Am heutigen Montag muss der mutmaßliche Täter vor Gericht erscheinen. Der Vorwurf: versuchter Einsatz einer Massenvernichtungswaffe.

Mohamed M., der Berichten zufolge in Somalia geboren sein soll, glaubte seit Monaten, er werde von einem Extremistenring unterstützt. Tatsächlich aber stand er in Kontakt mit Undercover-Agenten des FBI. Aus Justizkreisen verlautete, keine ausländische Terrororganisation habe den Jugendlichen gesteuert.

Im Dezember vergangenen Jahres tauschte der mutmaßliche Terrorist demnach verschlüsselte Nachrichten mit dem Hintermann aus, in denen es um eine geplante Reise nach Pakistan ging, wo er sich auf den "gewaltsamen Dschihad" vorbereiten wollte. Dann machte Mohamed M. offenbar einen Fehler: Er versuchte, einen anderen Kontaktmann zu erreichen, hatte aber die falsche E-Mail-Adresse. Im Juni dieses Jahres antwortete ihm dann ein FBI-Beamter, der behauptete, er habe mit dem ersten Hintermann zu tun. Den verdeckten Ermittlern offenbarte Mohamed M. später seinen Plan, einen Anschlag auf dem Pioneer-Courthouse-Platz zu verüben - am Tag, an dem dort der Weihnachtsbaum erstmals beleuchtet werden sollte.

Am Freitag fuhren ein verdeckter Ermittler und der 19-Jährige in einem weißen Kleinbus in die Innenstadt von Portland. In dem Wagen waren laut Behörden sechs Trommeln mit einer Zündschnur und Plastikkappen - die Bombenattrappe. Sie hätten das präparierte Auto abgestellt und seien mit einem weiteren verdeckten Ermittler zur Union Station gefahren, zum Bahnhof von Portland. Mohamed M. habe die Telefonnummer angerufen, die er von den Beamten bekommen habe, heißt es in den Unterlagen. Doch die Bombe sei nicht explodiert. Er wählte ein zweites Mal - und wurde festgenommen.

Erst im Mai hatte ein eingebürgerter Pakistaner einen Autobombenanschlag auf dem Times Square in New York versucht. Nur durch Glück und die Aufmerksamkeit von Passanten konnte das Attentat vereitelt werden. Im vergangenen Monat nahmen die Behörden einen Verdächtigen fest, der einen Anschlag auf die U-Bahn in Washington verüben wollte - auch in diesem Fall hatten verdeckte Ermittler die Tat verhindert.