Obama gibt im Wahlkampf den Krisenmanager

Washington. US-Präsident Barack Obama hat dazugelernt, diesmal präsentierte er sich vor den morgigen Kongresswahlen als entschlossener Krisenmanager. Nur wenige Stunden nachdem die ersten Berichte über verdächtige Päckchen in Dubai und Großbritannien auftauchten, trat er im Fernsehen auf und schuf Klarheit: Es waren keine Attrappen, es waren Bomben. Zugleich versicherte er, dass er im Kampf gegen al-Qaida nicht nachlassen werde.

Das war ganz anders vor gut zehn Monaten, als es Weihnachten beinahe über Detroit zu einem Flugzeuganschlag gekommen wäre. Obama urlaubte damals auf Hawaii, wartete drei Tage nach der missglückten Aktion des "Unterhosenbombers", bis er sich an die Öffentlichkeit wandte. Dabei sah Obama aus wie einer, der die drohende Terrorismus-Gefahr leichter nimmt, als er sollte. Das können ihm seine Kritiker diesmal nicht vorwerfen. Selbst die Republikaner lobten Obama.

Doch trotz massiver Anstrengungen in letzter Minute kann Obama eine schwere Niederlage bei den Kongresswahlen offenbar nicht abwenden. Nach einer Umfrage der "Washington Post" können die Republikaner im Abgeordnetenhaus mit einer klaren Mehrheit rechnen. Im Senat dagegen wird es knapp.